ÜBERLINGEN 

Die Stadt Überlingen verlangte auch während des Lockdowns Kurtaxe, obwohl das Angebot stark eingeschränkt war. Das kritisiert Heike Marx, die eine Ferienwohnung an eine kleine Familie vermietete, die zu therapeutischen Zwecken an der Kurklinik war. Wie die Stadt die geltende Regelung rechtfertigt, und warum das bei Heike Marx auf Unverständnis trifft, lesen Sie hier.

 

 

 

 

 

 

In Tourismusgemeinden, also auch der Stadt Überlingen, müssen Urlauber, Kurgäste und Zweitwohnungsinhaber Kurtaxe an die Stadt entrichten. Diese Einnahmen fließen dann wiederum in die touristische Infrastruktur, kommen also den Gästen zugute. Doch was passiert eigentlich, so wie in Zeiten von Corona, wenn nur wenige der Vergünstigungen und Angebote überhaupt nutzbar sind, der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt und die
Promenade am Wochenende gesperrt war?

Die aktuelle Kurtaxesatzung der Stadt Überlingen trat am 1. November 2018 in Kraft. Laut Paragraf 1 der „Satzung der Stadt Überlingen über die Erhebung einer Kurtaxe“ erhebt „die Stadt Überlingen eine Kurtaxe zur Deckung ihres Aufwands für die Herstellung und Unterhaltung der zu Kur- und Erholungszwecken bereitgestellten Einrichtungen sowie die für diesen Zweck durchgeführten Veranstaltungen“. Kinder bis zum vollendeten 16.
Lebensjahr sind von der Entrichtung der Kurtaxe befreit, ebenso wie Geschäftsreisende. In besonders gelagerten Fällen kann die Kurtaxe auf Antrag ganz oder teilweise erlassen werden. Gleichzeitig zur neuen Kurtaxesatzung wurde der elektronische Meldeschein verpflichtend eingeführt. Zusammen mit dem Meldeschein erhält man die Überlinger Gästekarte. Diese beinhaltet die kostenfreie Nutzung der Buslinien innerhalb des Überlinger Stadtgebiets sowie in den sieben Teilorten. Darüber hinaus erhält man weitere Vorteile und Ermäßigungen. (tle)

Eltern begleiteten Kind in Kurklinik
Bei einem jungen Elternpaar, das Heike Marx, Geschäftsführerin der Agentur „Marx managt“, beherbergte, verlangte die Stadt Ende April die Kurtaxe in voller Höhe. Die ehemalige Immobilienmaklerin erzählt: „Die kleine Familie hatte einen ganz konkreten Grund für ihren Aufenthalt. Sie waren nicht aus touristischen Gründen hier, sondern die Eltern begleiteten ihre junge Tochter, die zu therapeutischen Zwecken Patientin in der Kurklinik war.“ Trotzdem bekam Marx einen Anruf der Gästemeldestelle der Stadt Überlingen. Ein Nachbar habe wohl bei der Stadt gemeldet, dass sie illegal Gäste in einer Ferienwohnung beherberge, was in Zeiten der Corona-Krise untersagt ist. Marx sagt: „Ich hatte, ehrlich gesagt, schon darauf gewartet. Denunzianten haben offenbar gerade Hochkonjunktur.“

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